Am 21. Dezember 1911 wurde die Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria (russ. Sobor Neporotschnowo Satschatija Preswjatoj Dewy Marii) geweiht. Bis heute ist sie immer noch die größte katholische Kirche im russischen Reich.
In der Kirche finden regelmäßige Gottesdienste in Russisch, Koreanisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Armenisch und Latein. Ebenfalls ist die Kathedrale in die Liste des Kulturerbes der Russischen Föderation eingetragen und denkmalgeschützt.
Schwieriger Stand der Katholiken in Russland
Die Kirche stellt mit ihrer bewegten Vergangenheit ein Abbild der gesammten katholischen Bevölkerung dar. Im Jahre 1929 wurde die katholische Gemeinde der Kathedrale von der kommunistischen Regierung formal aufgelöst. In der Kirche durften von dort an keine Messen mehr gefeiert werden. In den folgenden Jahren wurde das Grundstück der Kathedrale stark verkleinert um Raum für eine Schule zu bieten. 1938 wurde das Gotteshaus dann engültig unter großen Protesten geschloßen. Es folgten Plünderungen und Umwandlungen der Räume in ein Gemüselager und Wohnheim. Durch Weltkriegsschäden und fortschreitenden Verfall wurde die Kirche immer maroder und unansehnlicher.
Rückgabe der Kirche an die Gemeinde
1989 fragte die katholische Gemeinschaft Moskaus das erste mal bei der Stadtverwaltung an ob eine Rückgabe des Gotteshauses möglich erscheint. Nach zähen Verhandlungen und ersten einzelnen Messen auf der Treppe der Kirche und später im Innenhof entschloß sich die Verwaltung letzendlich 1995 ein Plan unterzeichnet der die Rückgabe der Kathedrale vorsah unter der Bedingung, dass die katholische Gemeinde alleinig für die Renovierung aufkommen sollte.
Zahlreiche Spenden aus aller Welt machten die Renovierung möglich und heute erstrahlt die Kahtedrale wieder in ihrem alten Glanz.
Eigener Kommentar von Peter Reiter:
Vor wenigen Wochen wurde Frau Margot Käßmann zur Vorsitzenden der evangelischen Kirchengemeinschaft – EKG in Deutschland gewählt. Meiner Meinung nach ist dies ein tolles Zeichen der Aufgeschlossenheit der evangelischen Kirche und ihrer Führung, sowie ein großer Schritt in Gleichberechtigung der Geschlechter auch in den religiösen Lebensbereichen. Im Gegensatz zur evangelischen setzt die katholische Kirche leider weiterhin stur auf ihre seit Jahrhunderten kaum veränderten Vorschriften.
Von der Möglichkeit der Priesterweihe für Frauen lohnt es sich überhaupt nicht zu reden, doch auch bei scheinbar einfacher lösbaren Problemen wie dem Zölibat outet sich der zu Beginn seiner Amtszeit hochgepriesene Papst Benedikt als Hardliner. Immer unwahrscheinlicher erscheint eine Reform und Anpassung der katholischen Kirche unter seiner Führung. Auch unter diesem Aspekt erscheint die Wahl von Frau Käßmann noch einmal in einem besonderen Licht. Wie können wir islamistische Völker für die Verletzung der Frauenrechte und Misshandlungen verantwortlich machen, die sie aus dem Koran ableiten, wenn wir nicht selbst fähig sind, unsere Kirche an heutige Lebensweisen anzupassen?
Doch nun reagiert die russisch-orthodoxe Kirche und droht die gemeinsame Zusammenarbeit mit den Protestanten in der Ökumene auszusetzen aufgrund ihrer neuen Vorsitzenden. Nun steht auch die orthodoxe Kirche in der Priesterweihe von Frauen und einigen anderen zentralen Punkten der evangelischen gegensätzlich gegenüber, aber der Kern des ökumenischen Projektes sollte es doch sein, Menschen und Religionen zu verbinden, da wir doch alle Christen sind und sicherlich mehr gemeinsam haben als uns trennt. Doch trotz unserer Gemeinsamkeiten ist die Ökumene nur sinnvoll, wenn man die Unterschiede anerkennt und akzeptiert. Schon zu Beginn des ökumenischen Projektes vor vielen Jahrzehnten war es der orthodoxen Kirche bekannt, dass im protestantischen System eine weibliche Vorsitzende möglich ist.
So wird klar, dass zwar die evangelische Kirche mit gutem Beispiel bei Reformen und Erneuerung vorangeht aber doch vielleicht etwas zu schnell marschiert für die konservativere katholische und orthodoxe Kirche, die durch ihre Jahrtausende andauernden Traditionen Neuerungen immer etwas voreingenommen gegenüberstehen. Jedoch ist es für jede Gruppe nur positiv, einen Antreiber zu besitzen, damit sich auch die langsameren Mitglieder fortlaufend bewegen, denn ein Grundsatz gilt auch für die Kirchen: Wer sich nicht bewegt, der wird abgehängt. Dantobel
In der Schweiz hat das Volk entschieden: Mit einer klaren Mehrheit von 57,5 Prozent wurde in einem Volksentscheid dafür gestimmt, künftig keine Minarette mehr in der Schweiz zu erlauben. Außer den 4 Moscheen mit Minaretten in Genf, Zürich, Winterthur und Wangen, die bestehen bleiben dürfen, werden also zukünftig keinen weiteren Türme mehr gebaut werden können.
Die populistische Schweizer Volkspartei initiierte die Abstimmung zusammen mit anderen Gruppierungen unter dem Vorwand die Türme der Minarette sollten ein Ausdruck für die islamische Agression und den Machtanspruch gegenüber westlichen Religionen darstellen. Von dem Ergebnis waren die Vertreter selbst sichtlich überrascht. Zwischenumfragen ließen nur eine Zustimmung von etwa 37% vermuten. Nun ist nicht anzunehmen, dass sich eine Mehrheit der Schweizer aufgrund der Argumente dieser Gruppierungen für das Votum gegen den Bau ausgesprochen hat. Doch gerade hier beginnt das eigentliche Problem: Aus dem Ergebnis lässt sich eine tiefsitzende Abneigung oder Angst gegenüber Moslimen aller Art und Herkunft ableiten. Hier muss die Politik ansetzen, dieses Unbehagen zu verbessern, schließlich sind der allergrößte Anteil der Muslime in der Schweiz und auch in anderen Ländern absolut rechtschaffende Bürger, die oftmals schon seit Generationen in der Schweiz oder bei uns in Deutschland wohnen und auch die Staatsbürgerschaft besitzen, und sich dazu noch einwandfrei in das öffentlich Leben integriert haben. Sollte man diesen Bürger wirklich verbieten ihre Religion auszuleben?
Man stelle sich nur mal vor, die Türkei würde der christlichen Minderheit im Land den Bau von Kirchen mit Kirchtürmen verbieten. Der Aufschrei wäre riesig. Doch nun wird das Verbot als neuer Teil in die schweizer Verfassung übernommen, was einen zusätzlichen Unsinn darstellt. Was hat ein solcher strittiger Absatz in einer Verfassung zu suchen. Noch dazu ist bislang absolut nicht klar, wie die europäische Gemeinschaft und die UNO auf diese Gesetzesänderung reagieren werden. Schließlich hat die Schweiz ebenfalls die international geltenden Menschenrechtsverträge unterschrieben, die eine freie Auslebung von Religion zusichern.
So wird uns dieses Thema in den Medien wohl noch einige Wochen beschäftigen und alles nur, weil die Menschen in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr verlernen sich mit anderen zu arrangieren. Beispielsweise wäre es ein einfaches, ein Gesetz einzuführen, dass die jeweiligen Kirchtürme der Städte als Obergrenze für religiöse Bauwerke festlegt, wie beispielweise in München und Köln. Dies würde einem übertriebenen Bauwahn der islamischen Gemeinschaften einen Riegel vorschieben und doch Akzeptanz demonstrieren. Denn in den islamistischen Gemeinden Westeuropas haben Minarette schon lange ihre eigentliche Funktion verloren. In islamischen Ländern wird von den Türmen aus das tägliche öffentliche Gebet gesprochen und verbreitet. Doch bei der relativ geringen Anzahl von Muslimen in Europa und den wenigen Moscheen wäre dies hier sinnlos. So stellen die Türme meistens nur noch eine gewisse Verzierung der Gebäude bzw. eine Orientierung für die Gläubigen dar und bietet eigentlich keinerlei Anlaß für Angst oder Hemmungen…
Auch im schweizer Fernsehen wird die Entscheidung ausführlich diskutiert:
Weihnachten rückt jetzt immer näher, doch Sie kommen nicht so richtig in die festliche Stimmung? Oder nervt Sie auch die Dauerberieselung mit Weihnachtsmusik überall?
“Last Christmas” von Wham mag ja ein guter und eingängiger Song sein aber, wenn man damit beim Einkaufen, im Auto und zu Hause dann noch im Radio jeden Tag mehrmals beschallt wird, schwenkt die Weihnachtsvorfreude schnell in genervt sein oder sogar Ansätze von Hass auf diese Jahreszeit um.
Oder laufen Sie sich gerade auch mit all den anderen tausenden Einkäufern für Weihnachtsgeschenke die Beine ab, um ausgefallene, persönliche und liebevolle Geschenke für ihren Partner, Kinder oder die Freunde zu finden, obwohl für Sie selbst am Gabentisch wohl sicher wieder nur die Stricksocken oder andere unnütze und ohne zu überlegen gekaufte Gegenstände warten?
Woher kommt eigentlich die Tradition, Weihnachten als reines “Fest der Geschenke” zu feiern? Vielleicht sollten wir uns hier mal komplett Rückbesinnen auf den eigentlichen Inhalt: es ist der Geburtstag von Jesus Christus, der in ganz einfach ausgerüstet in einer Krippe ohne Spielekonsole, Computer oder anderer Technik gelegen ist. Zum Beschenken der Liebsten reichen doch auch Valentinstag, der jeweilige Geburtstag, sowie die Namenstage aus?
Sie sehen das mit dem christlichen Feiertag vielleicht auch nicht so eng sind aber vielmehr genervt von dem ganzen Brimborium um diese Jahrezeit? Warum versuchen Sie es nicht dieses Jahr einmal mit etwas ganz anderem: einer “Vodoo-Weihnacht”. So können Sie alle Freunde, von denen Sie sowieso nur langweilige und doofe Geschenke bekommen, oder alle nervigen Mitbringsel der Weihnachtszeit wie der Musik von Wham und die einschläfernde Ansprache des Fernsehpredigers zu Weihnachten ganz einfach mit einem kleinen Vodoo-Zauber bestrafen…
Je nach Geschmack können Sie nur eine Vodoo-Puppe und ein paar Nadeln benützen oder vielleicht auch gleich einen kleinen Christbaum schmücken mit z.B. einem Bild des Partners oder der Freunde, die immer nur einfallslose Geschenke für Sie bereithält oder mit einer Wham CD und einem kleinen Papierzettel auf dem Sie ein paar Schlagworte der letzten Rede des Fernsehpredigers niederschreiben. Nun brauchen Sie nur noch ein Kreuz , ein paar Kerzen und ein Büchlein aus dem Sie Ihren Vodoo-Zauber sprechen können.
Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es natürlich auch noch möglich, den ganzen Weihnachtsbaum nach der Prozession auf der Terasse oder im Garten mit Benzin übergossen zu verbrennen und Sie werden mit Sicherheit nie wieder nervige oder langweilige Weihnachten erleben…
Das mit der “Vodoo-Weihnacht” ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, könnte einem vielleicht aber in den Sinn kommen. Was denken Sie über das “Fest der Geschenke”, freuen Sie sich darauf und/oder finden die Vermarktungsmaschinerie dahinter mittlerweile viel zu massiv?
Wir freuen uns auch auf Weihnachten, möchten aber gerne Ihre Meinungen zu dieser Jahreszeit lesen. Was finden Sie toll, was stört Sie?
Ein Kommentar von Christoph Bungard
Auf der größten Trauerfeier, die es in Deutschland jemals für einen Leistungssportler gegeben hat, nahmen am 15.11. im Stadion seines Heimatvereins Hannover 96 rund 35.000 trauernde Fans sowie Prominente aus Sport und Politik Abschied von Robert Enke. Weil er seine Depression nicht länger ertragen konnte, hatte sich der 32-jährige Ausnahmefußballer am 10.11. vor einen Regionalzug geworfen.
Mit seinem Suizid hat Enke sich jedoch nicht nur selbst hingerichtet, sondern wie viele andere Selbstmörder vor ihm, das Leben des betroffenen Zugführers ruiniert. Dieser wollte den Regionalzug noch rechtzeitig zum Stehen bringen, konnte jedoch, so banal das jetzt auch klingen mag, nichts gegen die Gesetze der Physik ausrichten.
Das Schlimme ist, dass der Suizid Enkes kein Einzelfall ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele depressiv kranke Menschen keinen anderen Ausweg aus ihrer verfahrenen Situation wissen, als sich auf eine ähnlich tragische Weise das Leben zu nehmen. Mit potentiellen Selbstmördern muss jeder Zugführer rechnen. In ihrer Ausbildung werden die Bahn-Mitarbeiter im Umgang mit kritischen Situationen geschult. Wenn dann aber doch der Ernstfall eintritt, ist es nur allzu verständlich, wenn auch ein Zugführer mit den Nerven am Ende ist. Dabei sind Zugführer, die schon einmal eine Bahnfahrt mit „Personenschaden“ miterlebt haben, nach einem solchen Ereignis beruflich oft am Ende, müssen umschulen oder sind psychisch und seelisch gar so sehr belastet, dass sie überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen können und womöglich selbst in eine tiefe Depression stürzen und für die zu Unrecht empfundene Schuld am Tod eines anderen Menschen vielleicht auch zu potentiellen Suizidgefährdeten werden.
Depression ist eine schwere Krankheit, doch sie gibt Menschen wie Robert Enke, die ihrem Leben auf spektakuläre Art und Weise ein Ende setzen wollen, nicht das Recht, Unbeteiligte wie den Zugführer ins Unglück zu stürzen. Liebe Suizidgefährdeten, Euer Leben einfach zu beenden und vor den Problemen davon zu laufen, kann nicht die Lösung sein. Stattdessen solltet Ihr lieber Hilfsangebote wie die Telefonseelsorgen der Kirchen in Anspruch nehmen oder einen Psychotherapeuten aufsuchen. Wenn Ihr dann doch keinen anderen Ausweg als den Selbstmord seht, so sucht Euch doch einfach eine Methode aus, die genauso effektiv, dafür aber weniger Aufsehen erregend als der Suizid des Fußballspielers Robert Enke ist und keine tiefen Wunden in den Seelen Unbeteiligter hinterlässt, die an Eurem Tod keine Schuld trifft.
Mit diesem Kommentar möchten wir eine Diskussion anstoßen. Wie denken Sie über die Schuld oder Unschuld von Selbstmördern? Wir freuen uns über Ihre Beiträge.
Die Katholische, aber auch die Evangelische Kirche kämpft mit einem Mitgliederschwund. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, so könnte man meinen, würden viele Menschen im Glauben einen emotionalen und spirituellen Halt suchen, doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein.
Dabei sind die immer zahlreicheren Kirchenaustritte eng mit der Erhebung der Kirchensteuer verknüpft: Viele Berufstätige Evangelen und Katholiken sagen sich: „Wozu soll ich jeden Monat Kirchensteuern und jedes Jahr dazu noch Kirchgeld zahlen? Das Geld kann ich selbst sinnvoller verwenden, statt es der Kirche in den Rachen zu werfen.“
Christen, die leichtfertig solche oder ähnliche Äußerungen Kunt tun, übersehen jedoch, dass zahlreiche sinnvolle und unterstützungswürdige Projekte sowie von den Kirchen unterhaltene Einrichtungen ohne die Kirchensteuer nicht finanzierbar wären: Ohne die Kirchensteuer gäbe es keine Kindergärten, gemeindezentren, kirchliche Beratungsangebote für schwangere Teenager und keine kirchlichen Betreuungsangebote für alte Menschen. Außerdem gehören die zwei großen Kirchen in Deutschland zu denjenigen Organisationen, die überkonfessionell notleidende Menschen hierzulande, aber auch in Entwicklungsländern maßgeblich unterstützen.
Wer aus der Kirche austritt, ist rechtlich gesehen kein Mitglied mehr und muss somit auch keine Kirchensteuern mehr zahlen. So ist die derzeitige Situation, die sich jedoch ändern könnte. Im Juli 2009 gewann ein süddeutscher Katholik und Steuerzahler vorläufig einen Rechtsstreit: Er hatte den Austritt aus der “Religionsgesellschaft römisch-katholisch, Körperschaft des öffentlichen Rechts” erklärt. Da die Kirche jedoch den Zusatz „öffentlichen Rechts“ nicht akzeptierte und der Steuerzahler nur seine Steuern nicht mehr zahlen, aber nicht den kompletten Austritt aus der Kirche erklären wollte, führte der Mann gegen die Katholische Kirche einen Rechtsstreit, den er gewann. Er kann weiterhin Mitglied in der Katholischen Kirche bleiben, ohne Kirchensteuern zahlen zu müssen (Verwaltungsgericht Freiburg, Urteil v. 15.7.2009, Az. 2 K 1746/08). In diesem Fall hat das Gericht die Berufung zugelassen.
Ich meine: Grundsätzlich sollte jeder Christ und jede Christin selbst darüber entscheiden dürfen, ob er/sie zur Zahlung der Kirchensteuer und des Kirchgelds bereit ist. Wer aber aus der Kirche austritt und dennoch diverse kirchliche Angebote für sich und seine Familie nutzt, sollte in regelmäßigen Abständen und den Einkommensverhältnissen entsprechend an seine ehemalige Kirche Spenden. Damit hilft er anderen und sich selbst, den jeder gläubige Christ kann einmal in eine Notlage geraten, in der er auf die Unterstützung der Kirche angewiesen ist.
Der Beitrittskandidat zur EU Türkei wird während des Vorlaufs zur Erreichung der EU-Normen laufend von einer Kommission überwacht, die nun zum 14. Oktober ihren jährlichen Bericht vorlegte. Der Bericht beinhaltete Punkte wie Gewerkschaftsrecht, den Kampf gegen Diskriminierung, den Einfluss des Militärs auf die Politik und das Problem der Korruption.
Ein großer Teil des Berichts behandelte die Situation religiöser Minderheiten in der Türkei. Hier wird berichtet, dass ein Gesetz aus dem Februar 2008 zu religiösen Stiftungen nun weitesgehend umgesetzt wird und es dem orthodoxen ökumenischen Patriarchat erleichtert wurde Gesuche für Arbeitserlaubnisse zu bewilligen.
Allerdings fehle es nichtmusli-mischen Religionsgemeinschaften weiterhin an einem akzeptablen Rechtstatus. Die Ausbildung von orthodoxen Geistlichen wird seit Jahrzenten behindert. Eines der bekanntesten Beispiele ist hier das Priesterseminar Chalki in der Nähe von Istanbul. Dieses wurde von der Regierung geschlossen und bis heute können dort keine neuen Priester ausgebildet werden.
Behinderungen bei Gotteshäusern
Als weiteres Manko wurden die Schikanen bei Bau und Betrieb vieler Gotteshäuser genannt. So laufen sowohl für orthodoxe als auch Gotteshäuser der Zeugen Jehovas aktuell Gerichtsverfahren, da der Bau stark behindert wird. Auch kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Bibelläden.
Insgesamt zeigt sich, dass der Türkei nicht nur von Seiten der Religion noch ein langer Weg bis zum EU-Beitritt bevorstehen wird.
Quelle: Newsticker.ch
Derzeit spaltet ein Plakat zu einem Volksbegehren der rechtsnationalen Schweizerischen Volkspartei (SVP) die Schweiz. Wie die österreichische „Kleine Zeitung“ berichtet, sind auf dem Plakat eine verhüllte Frau sowie Raketen ähnelnde Minaretten abgebildet, die eine Schweizer Fahne durchstechen. Mit ihrer am 29.11. stattfindenden Volksabstimmung beabsichtigt die SVP, den Satz „Der Bau von Minaretten ist verboten“ in Artikel 72 der Schweizerischen Bundesverfassung zu Kirche und Staataufnehmen zu lassen.
Unterschiedliche Reaktionen
Im Text ihres Plakats bezeichnet die SVP Minarette als “Speerspitzen der Islamisierung”. Minarette symbolisierten Integrationsverweigerung, denn wer in der Schweiz leben wolle, müsse die hiesigen Wertvorstellungen respektieren. In Genf, Wintertur, St. Gallen und Zürich darf das Plakat aufgehängt werden, um der SVP die im Vorfeld der Volksabstimmung die freie Äußerung ihrer Meinung zu ermöglichen. Einverstanden sind die Stadträte und Bürgermeister der genannten Städte mit dem politischen Inhalt des Plakats jedoch nicht. In Basel, Freiburg, Lausanne und Yverdon hingegen ist das Aufhängen des als rassistisch empfundenen Plakats verboten worden. Der Auffassung, das Plakat sei anti-rassistischen Inhalts, schloss sich auch die Eidgenössische Kommission gegen Rasismus (EKR) an. Mit dem Plakat, so die EKR, suggeriere die SVP eine vom Islamismus ausgehende Gefahr. Es werde der Eindruck erweckt, die muslimische Minderheit beabsichtige, die Schweiz zu beherrschen, indem sie Frauen unterdrücken und die Grundrechte missachten wolle. Dies komme einer Diffarmierung der friedlich in der Schweiz lebenden Muslime gleich und sei für den sozialen Zusammenhalt nicht förderlich.
Wenn es nach dem türkischen Privatsender Kanal T geht, werden demnächst Vertreter der vier Weltreligionen Islam, Christentum, Judentum und Buddhismus im Fernsehen gegeneinander antreten, um Atheisten für ihren Glauben zu gewinnen. Wie der Berliner Tagesspiegel in seiner Online-Ausgabe vom 28.09. berichtet, trägt die geplante Sendung den Titel „Wettbewerb der Religionen“ oder auch „Wettbewerb der Reuigen“ und soll nach Informationen einer Sprecherin des Senders im November zum ersten Mal gesendet werden.
Das Konzept
Unter allen Bewerbern sollen Experten der vier Religionen geeignete atheistische Kandidaten auswählen. An mehreren Tagen hintereinander sollen sodann ein Imam, ein Priester, ein Rabbi und ein buddhistischer Mönch versuchen, die Kandidaten für ihren Glauben zu gewinnen. Dabei soll den Vertretern der vier Glaubensrichtungen gleich viel Zeit zum Bekehren zugestanden werden. Neben den Inhalten der Glaubensrichtungen sollen die Kandidaten aber auch eine Kirche, eine Moschee oder eine Synagoge besuchen.
Reise als Gewinn
Je nachdem, welchen Glauben ein Kandidat am Ende der Show annimmt, kann er eine Reise in das Glaubenszentrum der jeweiligen Religion, also nach Mekka, Israel, Rom oder Nepal, gewinnen. Diese Reisen würden nach Angaben des Senders Kanal T von wohlhabenden Sponsoren der jeweiligen Religionen zur Verfügung gestellt.
Sendeformat löst Debatte aus
Initiatorin des neuen Sendeformats ist die rechtsnationalistische Transsexuelle Seyhan Soylu (genannt „Sisi“). Im Sommer hatte das türkische Religionsministerium auf die Ankündigung der Show reagiert und allen Imamen die Teilnahme untersagt. Der Kritik des Chefs der Religionsbehörde, Ali Bardakogl, bei der geplanten Show handle es sich um „Scharlatanerei“, entgegnete „Sisi“ in einem Zeitungsartikel mit dem Argument, man wolle die Religionen nicht in einem Wettbewerb gegeneinander antreten lassen, sondern habe die Absicht, bei den Menschen die Liebe zu Gott zu verwurzeln.
Sendestart verschoben
Eigentlich sollte die Sendung bereits im September zum ersten Mal ausgestrahlt werden, doch aufgrund der kontroversen Diskussion musste der Start auf November verschoben werden. Damit am Ende niemand weiß, welcher Geistliche bei der Bekehrung der Kandidaten im „Wettbewerb der Religionen“ erfolgreich war, soll das Fernsehpublikum nicht erfahren, welcher Religion sich die Kandidaten zuwenden.
In Mecklenburg-Vorpommern gehen die Kirchen jetzt auf die Straßen. Aber nicht um zu demonstrieren, sondern um Faltblätter auszuteilen. Denn die Kirche in Mecklenburg-Vorpommern will das Schulfach Religion stärken und dazu werden nun alle möglichen Kräfte mobilisiert.
Thomas Weßler von der Katholischen Kirche sagte zwar heute in Schwerin, dass rund 40 Prozent aller Schüler im Land an dem ordentlichen Schulfach Religion teilnähmen, dies sei der Kirche aber immer noch zu wenig.
Das Problem liege vor allem an Informationsdefiziten und Missverständnissen gegenüber den Eltern. Das Ansehen des Schulfachs Religion müsse in Zukunft verbessert werden; sowohl bei Schülern als auch Eltern.
Es bleibt abzuwarten ob diese Aktion der Kirche in Mecklenburg-Vorpommern etwas bringt. Denn viele der Schüler entscheiden sich ab einem bestimmten Alter selbst gegen das Fach Religion und wählen lieber den Ethik Unterricht. Vielleicht sollte man also lieber die Schüler den Eltern vorziehen und ihnen die Religion auf eine spannendere Weise als mit Faltblttern schmackhaft machen.


