Wenn es nach dem türkischen Privatsender Kanal T geht, werden demnächst Vertreter der vier Weltreligionen Islam, Christentum, Judentum und Buddhismus im Fernsehen gegeneinander antreten, um Atheisten für ihren Glauben zu gewinnen. Wie der Berliner Tagesspiegel in seiner Online-Ausgabe vom 28.09. berichtet, trägt die geplante Sendung den Titel „Wettbewerb der Religionen“ oder auch „Wettbewerb der Reuigen“ und soll nach Informationen einer Sprecherin des Senders im November zum ersten Mal gesendet werden.

Das Konzept

Unter allen Bewerbern sollen Experten der vier Religionen geeignete atheistische Kandidaten auswählen. An mehreren Tagen hintereinander sollen sodann ein Imam, ein Priester, ein Rabbi und ein buddhistischer Mönch versuchen, die Kandidaten für ihren Glauben zu gewinnen. Dabei soll den Vertretern der vier Glaubensrichtungen gleich viel Zeit zum Bekehren zugestanden werden. Neben den Inhalten der Glaubensrichtungen sollen die Kandidaten aber auch eine Kirche, eine Moschee oder eine Synagoge besuchen.

Reise als Gewinn

Je nachdem, welchen Glauben ein Kandidat am Ende der Show annimmt, kann er eine Reise in das Glaubenszentrum der jeweiligen Religion, also nach Mekka, Israel, Rom oder Nepal, gewinnen. Diese Reisen würden nach Angaben des Senders Kanal T von wohlhabenden Sponsoren der jeweiligen Religionen zur Verfügung gestellt.

Sendeformat löst Debatte aus

Initiatorin des neuen Sendeformats ist die rechtsnationalistische Transsexuelle Seyhan Soylu (genannt „Sisi“). Im Sommer hatte das türkische Religionsministerium auf die Ankündigung der Show reagiert und allen Imamen die Teilnahme untersagt. Der Kritik des Chefs der Religionsbehörde, Ali Bardakogl, bei der geplanten Show handle es sich um „Scharlatanerei“, entgegnete „Sisi“ in einem Zeitungsartikel mit dem Argument, man wolle die Religionen nicht in einem Wettbewerb gegeneinander antreten lassen, sondern habe die Absicht, bei den Menschen die Liebe zu Gott zu verwurzeln.

Sendestart verschoben

Eigentlich sollte die Sendung bereits im September zum ersten Mal ausgestrahlt werden, doch aufgrund der kontroversen Diskussion musste der Start auf November verschoben werden. Damit am Ende niemand weiß, welcher Geistliche bei der Bekehrung der Kandidaten im „Wettbewerb der Religionen“ erfolgreich war, soll das Fernsehpublikum nicht erfahren, welcher Religion sich die Kandidaten zuwenden.

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