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Nach eigenem Verständnis ist die Al-Nur-Moschee in Berlin-Neukölln ein Hort des Friedens, ein Anlaufpunkt für gläubige Muslime. Man sei stets bemüht, “ein friedliches Zusammenleben zu erreichen”; so steht es auf der Homepage. Am Samstag soll deswegen auch wieder ein Vortrag in der Moschee gehalten werden. Titel: “Islam, die missverstandene Religion”. Redner: Dr. Bilal Philips und Pierre Vogel. Die beiden reisen im Rahmen einer “Deutschlandtour” und halten dabei vier Vorträge. Gestern Stuttgart; die nächsten Tage sind Dortmund, Hannover und eben Berlin an der Reihe. Das Problem dabei ist, dass die beiden urspünglich vorgesehenen Redner bereits Bekannte des Verfassungsschutzes sind.
Der gebürtige Jamaikaner Philips zählt seit vielen Jahren im Internet und als Vortragreisender zu den Scharfmachern der Salafisten, einer florierenden islamistischen Gruppierung. Ihre Ideologie deckt sich nach Auffassung des Berliner Verfassungsschutzes nahezu mit der des Terrornetzwerks El Kaida. Nach Philips Meinung verdienen Homosexuelle die Todesstrafe.
Auch der zweite Redner, Pierre Vogel alias “Abu Hamza”, kann nicht unbedingt Friedensengel bezeichnet werden. Der 30-Jährige aus Frechen gilt Verfassungsschützern als einer der einflussreichsten Konvertiten im Land. Vor allem auf Internetseiten schüre er regelmäßig antichristliche Ressentiments und rechtfertige schon mal die Zwangsverheiratung von Neunjährigen.
Aus der Moschee selbst war am Donnerstag keine Stellungnahme zu erhalten.

